Bei den Biosimilars den Überblick behalten

In der Schweiz sind aktuell 32 Biosimilars zu 13 verschiedenen Referenzprodukten zugelassen. Laufend kommen neue hinzu. Hier den Überblick zu behalten, ist anspruchsvoll. Zumal bei der Produktbezeichnung der Biosimilars kein Bezug zum Referenzprodukt verlangt ist. Hier hilft unsere laufend aktualisierte tabellarische Übersicht der derzeit zugelassenen Biosimilars.

Nehmen wir an: Alpha, Beta, Gamma und Delta sind vier Medikamente, die eines gemeinsam haben, nämlich denselben biotechnologisch hergestellten Wirkstoff. Alpha ist das Originalpräparat (Referenzprodukt). Die anderen drei sind Biosimilars, also gleichwertige, jedoch günstigere Nachahmerprodukte von Alpha. Alle vier Produkte haben eine identische Indikation. Sie wären also theoretisch austauschbar. Dennoch werden – nicht nur bei unserem fiktiven, sondern auch bei allen echten biosimilarfähigen Wirkstoffen – die Originalprodukte weitaus häufiger verschrieben als die Biosimilars.

Die Krux mit der Namensgebung

Das hat vermutlich verschiedene Gründe. Doch die Benennung der Biosimilars ist sicher einer davon. Die Hersteller sind nämlich frei bei der Wahl des Produktnamens. Ein Bezug zum Referenzprodukt oder Wirkstoff ist nicht verlangt. In Übereinstimmung mit der Europäischen Arzneimittelbehörde schreibt Swissmedic einzig vor, dass die Bezeichnung von Biosimilars ein Fantasiename oder der Name des Wirkstoffs, verbunden mit einer Firmenbezeichnung, sein muss.

Solch einprägsame Eigennamen haben zwar den Vorteil, dass sie das Verwechslungsrisiko senken. Doch für die Verschreiber*innen von biosimilarfähigen Wirkstoffen haben sie einen bedeutenden Nachteil: Durcheinander und Verwirrung. Wie soll man hier den Überblick behalten? Besonders, wenn laufend neue Biosimilars hinzukommen. Da bleibt man verständlicherweise einfach bei dem, was man kennt. Und das ist in der Regel das Original, weil es am längsten auf dem Markt ist. Dass die aktuelle Benennung der Biosimilars bei Ärzteschaft und Patienten*innen zu grosser Verwirrung führt, hält übrigens auch der Expertenbericht «Biosimilars in der Schweiz» des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie der ZHAW fest.

Die FDA wählt Freiname plus Suffix

Was wäre die Alternative? In den USA hat die FDA einen anderen Weg eingeschlagen: Sie kombiniert den Eigennamen zwingend mit dem Freinamen (INN), hängt jedoch an den Freinamen ein unbedeutendes Suffix aus vier zufällig gewählten Buchstaben. Dieses Bezeichnungsschema erlaubt die Zuordnung eines Biosimilars zum jeweiligen Referenzprodukt und, über das Suffix, gleichzeitig seine eindeutige Identifizierung. Doch auch mit diesem Vorgehen sind längst nicht alle Akteure in der Branche glücklich. So wird beispielsweise darüber debattiert, ob das Suffix nicht besser bedeutungsvoll sein sollte, indem es zum Beispiel über den Hersteller Auskunft gibt.

Die kompakte Produktübersicht von Network Biosimilars CH

Die perfekte Lösung scheint also noch nicht gefunden. Da bietet sich ein pragmatischer, aber zweckdienlicher Workaround an – wie ihn sich auch die für den bereits erwähnten WIG-Bericht interviewten Experten wünschten: eine Liste mit allen zugelassenen Biosimilars, die den Verschreiber*innen einen guten Überblick gibt. Genau das bietet wir auf unserer Webseite im Passwort-geschützten (SwissRX) Bereich für Fachpersonen. Unter «Produktinformation» finden Sie eine tabellarische Zusammenstellung von allen aktuell in der Schweiz zugelassenen Biosimilars, einmal sortiert nach Wirkstoffklasse und einmal nach Fachgebiet, mit dem dazugehörigen Referenzprodukt. Eine Suchfunktion erleichtert das rasche Auffinden der gewünschten Information. Zu jedem Produkt ist unter anderem die Indikation sowie der Listenpreis aufgeführt und erlaubt so den direkten Vergleich der Produkte untereinander.

Mit dem Markteintritt von hoffentlich zahlreichen weiteren Biosimilars wird es noch anspruchsvoller, den Überblick zu behalten. Doch unsere Produktübersicht bietet Ihnen ein aktuelles Nachschlagewerk. Probieren Sie es aus – und sagen Sie uns Ihre Meinung dazu, wenn Sie mögen (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Vielen Dank.

Von Jonathan Bertschi & Roger Konrad, Network Biosimilars CH

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