Covid-19 rückt die medizinische Forschung in den Fokus

Zur Bewältigung der aktuellen Corona-Krise sind wir auf innovative medizinisch-pharmazeutische Forschung und ein stabiles Gesundheitssystem angewiesen. Was das mit Biosimilars zu tun hat? Sie erfahren es in unserem aktuellen Blog-Beitrag.

Die aktuelle Corona-Krise macht es deutlich, wir sind auf ein funktionierendes und finanziell stabiles Gesundheitssystem angewiesen. Zudem rückt in diesen Tagen die pharmazeutische Forschung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wann kommt der erste Impfstoff? Wie verlässlich ist der Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 im Blut? Werden bald wirksame Medikamente zur Behandlung von Covid-19 zur Verfügung stehen? Die Öffentlichkeit verfolgt derzeit den komplexen Vorgang der Entwicklung und klinischen Prüfung verschiedener potenzieller Medikamente mit grossem Interesse, besonders weil alle direkt betroffen sind und die Ausbreitung von SARS-CoV-2 über die ganze Welt in Echtzeit verfolgen.

Doch was hat das mit Biosimilars zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel – aber: Durch den Einsatz von Biosimilars werden Kosten gespart. So werden Ressourcen frei für die Erforschung neuer, innovativer Therapieansätze. Würde nämlich konsequent auf Biosimilars gesetzt, liessen sich gemäss Experten-Schätzung jährlich bis zu 100 Millionen Franken einsparen. Denn Biosimilars sind bei Markteinführung mindestens 25% günstiger als das entsprechende Originalprodukt. Biosimilars könnten eine Entlastung für das bis ans Limit strapazierte Schweizer Gesundheitssystem sein.

Innovation im pharmazeutischen Bereich ist teuer und wird laufend teurer. Die Forschung beschäftigt sich mit immer komplexeren Fragestellungen – das Vorgehen «EIN Medikament für ALLE» ist längst überholt und hat zu rasanten Entwicklungen in der personalisierten Medizin geführt. In den letzten Jahrzehnten ist mit der breiten Verfügbarkeit von genetischen Analysen zum Beispiel deutlich geworden, dass es innerhalb einer Krebsform (z.B. Brustkrebs) zahlreiche Varianten gibt, die wiederum komplett unterschiedliche Behandlungsstrategien verlangen. Gerade die sogenannten Biologika, zu welchen auch die Antikörperpräparate zählen, werden für gezielte, verhältnismässig nebenwirkungsarme Behandlungen eingesetzt – häufig mit gutem Erfolg. So haben beispielsweise neue Antikörpertherapien – als einer von mehreren Faktoren – dazu beigetragen, dass das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, in den letzten 30 Jahren um 30 Prozent gesunken ist.

Sobald der Patentschutz eines Biologikums ausläuft, besteht die Möglichkeit, es durch ein gleichwertiges Nachahmerprodukt (Biosimilar) zu ersetzten und so Ressourcen für andere Bereiche des Gesundheitssystems frei zu machen. Um dies zu erreichen, müssen alle gemeinsam an einem Stick ziehen – die Zulassungsbehörden, pharmazeutische Industrie, Krankenkassen, Ärzteschaft und auch die Patienten –, damit Biosimilars in der Schweiz vermehrt entwickelt, zugelassen und verschrieben werden. Gerade in Zeiten, in denen das Gesundheitssystem bis an seine Grenzen gefordert ist, gilt es, die verfügbaren Mittel optimal einzusetzen.

Von Roger Konrad, Network Biosimilars CH

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